Dienstag, 21. 11. 2017

Traumberufe en masse

Blick von der Galerie in den gut gefüllten großen SaalJugendliche trafen Unternehmen bei der
26. Ausbildungsbörse

Wie im Bienenstock ging es wieder einmal zu bei der Ausbildungsbörse. Bei der 26. Ausgabe der Veranstaltung am 15. September 2016 präsentierten rund 90 Unternehmen und Institutionen der Region in der Historischen Stadthalle Wuppertal 3.500 Jugendlichen ihre Aus- und Weiterbildungsangebote.





Schule und Wirtschaft im Dialog
Erstmals hatten Wirtschaftsvertreter und Lehrer Gelegenheit, sich im Hindemith Saal unter dem Motto „Schule und Wirtschaft“ zu treffen. „Super, dass so viele Akteure die Austauschecke zum konstruktiven Dialog nutzen”, freute sich OStR′ Anke Servi (SV-Lehrerin, Studien- und Berufsorientierung, Schulkonferenz). Vertreten waren sowohl Lehrer und Repräsentanten vieler Betriebe als auch die kommunale Koordinierungsstelle, der Geschäftsbereich Soziales, Jugend, Schule und Integration, die Industrie- und Handelskammer Wuppertal-Solingen-Remscheid, das Jobcenter Wuppertal und die Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal. Während im Hindemith Saal, abseits des Trubels der Veranstaltung, u.a. darüber gesprochen wurde, wie Jugendliche neue Berufswege und Karriereperspektiven kennenlernen können, erkundeten die Schülerinnen und Schüler den Ausstellerparcours – vor enorm hoher Geräuschkulisse. Das breite Ausstellerangebot, das das Bergische Städtedreieck als Top-Wirtschaftsstandort widerspiegelt, stieß auf viel Resonanz bei den Schülerinnen und Schülern, die erste Kontakte knüpften, sich informierten und gezielt bewarben.

Einige Aussteller boten interessantes AnschauungsmaterialLast und Lust
Das Verhältnis ihrer Schülerinnen und Schüler zur Ausbildungsbörse sei ambivalent, so die Lehrerin und Schulamtskoordinatorin Anke Servi. „Die ganze Oberstufe des Gymnasiums Sedanstraße – die Klassen 10, 11 und 12 – wurde verpflichtet teilzunehmen”, sagte sie. Für einige sei es ein obligatorischer Termin, bei dem sie mäßig interessiert anwesend seien, während andere hoch motiviert und äußerst engagiert Kontakte knüpften. „Große Unterschiede”, stellte auch Hannah Pauli fest, die im zweiten Ausbildungsjahr zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel bei Wagener & Simon WASI GmbH & Co. KG beschäftigt ist. Das Spektrum reiche von Kandidaten, die gar nicht erst Fragen stellten bis zu Bewerbern, die selbstbewusst ihre Unterlagen überreichten.

Das Frisieren und Stylen von Modellen erregte große AufmerksamkeitEntdecken und ausprobieren
Windeln wechseln, Blutdruck messen, Hände desinfizieren – am meisten Betrieb herrschte an den Ständen, an denen praktische berufstypische Tätigkeiten den Einstieg ins Gespräch begleiteten – wie beim Agaplesion Bethesda Krankenhaus Wuppertal gGmbH und dem Helios Klinikum Wuppertal zu beobachten war. Große Faszination übten auch die elf Innungen der Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal im Offenbach Saal auf das Publikum aus. Beinahe andächtig wurde im Friseurbereich frisiert und gestylt. Und die Modelle sahen zum Anbeißen aus.

Ausbildung im Handwerk
Feines Restaurieren historischer Bruchstücke stand u.a. bei den Stuckateuren auf dem Programm. Interessiert sah Jan S. (17 Jahre) zu. Wäre Stuckateur der richtige Beruf für ihn? „Jein”, erklärt er auf Nachfrage. Gerade das Handwerk biete vielfältige Chancen, so der junge Mann, der zurzeit eine berufsvorbereitende Maßnahme bei der GESA gGmbH besucht. Er möchte schnell Verantwortung übernehmen in einem Betrieb und es reize ihn, dass er mit dem Meisterbrief sein eigener Chef werden kann. Deshalb fühle er sich im Handwerk am besten aufgehoben. Jedoch am ehesten bei den Elektrikern, wenn er auch gern renoviere und das Restaurieren als Herausforderung betrachte.

Schüler im Gespräch am Stand eines Ausstellers Integration jugendlicher Flüchtlinge
Am Stand der Innung des Bauhandwerks lobte Bernhard Wiemer das Engagement jugendlicher Flüchtlinge. Mehr als zehn Einwanderer und zukünftige Berufseinsteiger ließen sich von ihm über ihre Zukunftschancen beim Bau unterrichten – allesamt Jungen. Zahlreiche junge Frauen, die meisten davon syrischer Herkunft, zog es dagegen an die Stände des Kompetenzzentrums Frau und Beruf Bergisches Städtedreieck; in einem separaten Bereich des Mendelssohn Saals lud das Handwerkerinnenhaus Köln zum Sägen, Schleifen, Bohren uvm. ein.

Bergische Technik zum Anfassen
„Ein rundherum produktiver Tag”, befand Dipl.-Des. Simone Jonen (EFRE-zdi Projektmanagement). Zahlreiche Schülerinnen und Schüler informierten sich am Stand des zdi-Zentrums BeST über die kostenlosen Kurse des Bergischen Schul-Technikums, viele Programme wurden verteilt und es gab einige Anmeldungen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

 

Text: Dagmar Tigges

Fotos (4): Carsten Kobow

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