Mittwoch, 22. 11. 2017

Auf dem Weg zur „Fairtrade-School“

Kann man guten Gewissens Schokoriegel essen, wenn dafür Kids bei der Kakaoernte mitarbeiten mussten? Ist Palmöl in Lebensmitteln vertretbar, wenn dafür der Regenwald abgeholzt und das Klima immer weiter aufgeheizt wird?

Auf ihrem engagierten Weg, zur ersten „Fairtrade School“ Wuppertals ernannt zu werden, setzen sich Schüler des Berufskollegs Elberfeld nicht nur mit diesen und anderen kritischen Themen auseinander. Die höhere Handelsschulklasse 12HH1 entwickelt ein Marketingkonzept, um fair gehandelte Produkte in die Schulcafeteria einzuführen.

Schulleiterin Nicola Cohnen und Schülerinnen der Klasse 12HH1


Denn um den Titel „Fairtrade-School“, den der Transfair e. V. verleiht, zu erlangen, gilt es, verschiedene Kriterien zu erfüllen. So ist es zum Beispiel erforderlich, dass das Thema „Fairer Handel“ in verschiedenen Klassen unterrichtet wird, regelmäßig Projekte sowie Schulaktionen zum Fairen Handel stattfinden und fair gehandelte Produkte an der Schule verkauft sowie verzehrt werden. www.fairtrade-schools.de

 

Schulleiterin Nicola Cohnen: „Nachhaltige Projekte, die soziale, ökologische und ökonomische Aspekte der Lerninhalte miteinander verzahnen, gehören zum festen Profil des Berufskollegs Elberfeld.“ Die größte Schule Wuppertals wurde bereits mehrfach von der UNESCO als Schule für nachhaltige Bildung ausgezeichnet.

 

Die ersten Etappen auf ihrem Weg zur „Fairtrade-School“ hat das Berufskolleg Elberfeld vor den Sommerferien bereits zurückgelegt. Die Schüler der Klasse 12HH1 haben in der Woche vom 08.07.13 bis 11.07.2013 – angeleitet durch die Referendarin Anna-Kristina Meyer – eine Verkostungsaktion fair gehandelter Schokoriegel organisiert und durchgeführt. Dies erfolgte in enger Kooperation mit Jorge Inostroza von der GEPA (Gesellschaft zur Förderung der Partnerschaft mit der Dritten Welt mbH), dem Schulcafeteria-Inhaber Anders sowie dem Fairtrade-Team des Berufskollegs Elberfeld.

 

Rund 300 Schülerinnen und Schüler der Unter- und Mittelstufen aus dem Einzelhandel, der Zweijährigen Handelsschule sowie der Höheren Handelsschule nahmen an der fairen Verkostungswoche teil. Dabei wurden vier Schokoriegel verkostet und anschließend ein Fragebogen ausgefüllt. Zuvor hatte die höhere Handelsschulklasse den Fragebogen im Projektunterricht der Unterrichtsreihe Absatzmarketing entwickelt, um im Rahmen der Marktforschung die entsprechende Teilerhebung in der Schulcafeteria durchführen zu können. Durch den Fragebogen sind die an der Verkostung teilnehmenden Schüler an der Entscheidung, welcher der vier getesteten Schokoriegel in das Sortiment des Schulkiosks aufgenommen wird, maßgeblich beteiligt.

 

Abwechselnd führten die Schülerinnen und Schüler der 12HH1 in Teams die Verkostung durch.

Schüler wollen fair gehandelte Produkte nutzen. Das wurde während der Verkostungswoche deutlich. 96 Prozent der befragten Schüler befürworten eine Einführung fair gehandelter Produkte in die Schulcafeteria des Berufskollegs Elberfeld. Am Abschluss der fairen Verkostungswoche diskutierten sie im Rahmen einer zentralen Informationsveranstaltung in der Ökostation mit dem GEPA-Vertriebsleiter für Weltläden und Gruppen, Jorge Inostroza, über den Fairen Handel. www.gepa.de/p/

 

Im Anschluss an die Aktionswoche wertete die höhere Handelsschulklasse die Fragebögen aus und präsentierte Schulcafeteria-Inhaber Anders die Ergebnisse. Der Favorit „milk & creamy Kids“ soll definitiv nach den Sommerferien ins Sortiment der Schulcafeteria aufgenommen werden. Das komplette Marketingkonzept wollen die Schüler bis zu den Herbstferien umsetzen.



Dagmar Tigges

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